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Mediengespräch: Neue Logistikgruppe in Salzburg

05.02.2010

Christian Fürstaller, Rodolphe Schoettel und Rudi Quehenberger übernehmen nach der Augustin Network Gruppe auch den Kernbereich des früheren Salzburger Unternehmens Quehenberger Logistics. Die Logwin AG mit Sitz in Grevenmacher (Luxemburg) verkaufte ihren bisherigen Geschäftsbereich Road + Rail Osteuropa und das Netzwerk Österreich im Zuge der beschlossenen Straffung der Landverkehre. Der Kauf muss noch von den zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden. Das gaben die drei neuen Eigentümer heute, Freitag, 5. Februar, in einer Pressekonferenz in Salzburg bekannt. Sie werden die bisherigen Logwin-Unternehmen sofort in „Quehenberger“ umbenennen und damit ein früheres Salzburger Paradeunternehmen wieder aufleben lassen.

Fürstaller, der auch CEO von Quehenberger wird, setzt auf die optimale operative Ergänzung der beiden Unternehmen, zum Beispiel bei den Produkten und der geografischen Reichweite. Beide zusammen erwirtschaften einen Umsatz von etwa 360 Millionen Euro und haben rund 2.100 Mitarbeiter, davon rund 800 in Österreich. Die neuen Eigentümer haben mit Augustin und Quehenberger eine der größten Logistikgruppen Österreichs unter ihrer Kontrolle. Beide Unternehmen werden aufgrund der verschiedenen Stärken auch künftig unabhängig voneinander geführt.

Rudi Quehenberger: „Jetzt kommt Quehenberger II!”
Rudi Quehenberger betonte, zehn Jahre nach dem Verkauf von Quehenberger Logistics habe sich jetzt die Chance eröffnet, ein Unternehmen mit hervorragendem Potenzial wieder zu übernehmen. Niemand wäre dafür so gut geeignet wie die neuen Eigentümer Fürstaller und Quehenberger, die die frühere Quehenberger-Gruppe über Jahrzehnte geprägt haben. Der bisherige Eigentümer Logwin AG habe die Straffung der Landverkehrsaktivitäten sowie die Fokussierung auf die Bereiche Kontraktlogistik, See- und Luftfracht beschlossen. Dadurch habe sich die Chance ergeben, die Landverkehre in Österreich und Osteuropa zu übernehmen.

Er freue sich, seinen Beitrag zu dieser Wiedergeburt leisten zu können, sagte Quehenberger, der einen Anteil von zehn Prozent hält. Die Hauptlast liege heute aber bei seinem früheren Spitzenmanager und Freund Christian Fürstaller. Dieser sei mit seiner internationalen Erfahrung und seinen intimen Kenntnissen der Ära Quehenberger I der beste Mann in dieser Position. Quehenberger betonte, dass er diese Konstellation für einen außerordentlichen Glücksfall halte. Sein früheres Unternehmen kehre nicht nur in Salzburger Hände zurück, durch die gemeinsame Eigentümerschaft von Augustin Network und Quehenberger entstehe eine der größten Unternehmensgruppen im Land Salzburg.

Fürstaller: Gutes Gefühl, als Eigentümer zurückzukehren
Christian Fürstaller, bis 2003 Vorstandsvorsitzender von Quehenberger Logistics, sagte, er habe mit seinen beiden Kollegen die Gunst der Stunde genutzt. Es sei eines der wenigen Logistikunternehmen Österreichs zum Verkauf gestanden, das über ein flächendeckendes Stückgut-Netzwerk in Österreich und eine starke, in Jahrzehnten aufgebaute Präsenz in Osteuropa verfüge. Dass dieses Unternehmen auch seine berufliche Heimat sei, gebe dieser Akquisition eine stark emotionale Note. Aber entscheidend seien die strategischen Phantasien und die hervorragenden Zukunftsaussichten gewesen.

Gekauft wurden von der Logwin AG der Geschäftsbereich Road + Rail Osteuropa und das Netzwerk Österreich. Sie umfassen zehn Niederlassungen in Österreich sowie 55 Standorte in elf osteuropäischen Ländern von Russland über Tschechien bis Serbien. Das ist der frühere Kernbereich von Quehenberger Logistics.

Aufwertung beider Unternehmen durch Ergänzung
Fürstaller betonte die perfekte Ergänzung, die Quehenberger Logistics zu den Geschäftsfeldern von AUGUSTIN Network bietet. „Jeder macht, was er bisher gemacht hat, gemeinsam sind wir aber wesentlich stärker. Umfangreiche Veränderungen in der Organisation sind nicht nötig. Wir können sofort beginnen, die Synergien zu heben und unsere Kunden mit den neuen Geschäftsfeldern noch besser zu bedienen.“

Fürstaller nannte fünf Vorteile, die durch die neue Verbindung entstehen:

Transportmanagement

AUGUSTIN betreibt einen der größten LKW-Eigenfuhrparks in Österreich und ist ein Spezialist für Transportmanagement. Quehenberger hingegen hat große Mengen Chartergeschäft und ein umfangreiches Know-how über Frächter in Osteuropa.

Geografische Reichweite
Augustin fährt LKW-Verkehre mit dem Schwerpunkt Westeuropa. Quehenberger hat die Präsenz in elf osteuropäischen Ländern. Daraus ergibt sich jetzt ein Aktionsradius über den gesamten Kontinent.

Netzwerk Österreich
Quehenberger bringt ein eigenes flächendeckendes Netzwerk ein, über das im 18/24-Stunden-Service standardisierte Sendungen in ganz Österreich vertrieben werden. Augustin hingegen ist stark bei den individuellen Transport-Lösungen.

Große Bandbreite von Dienstleistungen
Beide Unternehmen bieten jetzt eine viel größere Bandbreite von Logistik-Services und können damit ihren Kunden mehr Leistung aus einer Hand verkaufen: Vom einfachen Transport bis zur Auslagerung von kompletten logistischen Abläufen.

Synergien
Erhebliche Einsparspotenziale ergeben sich bei den Standorten, in den operativen EDV-Systemen, in der Verwaltung, im Einkauf und vor allem durch eine Verbesserung der LKW-Auslastung.

Es werde durch die Übernahme in keinem Unternehmen zu nennenswerten Kündigungen kommen. Die Einsparungen würden viel mehr bei Immobilien, dem Sachaufwand und der IT erzielt, sagte Fürstaller.

Die mit der Logwin AG abgeschlossene „preferred Partnerschaft“ biete AUGUSTIN und Quehenberger den Zugang zu einem der leistungsfähigsten global aktiven Unternehmen in der Luft- und Seefracht sowie die Chance auf zusätzliches Geschäft durch die Kunden der Logwin- Gruppe. Umgekehrt garantiere sie für Logwin die weiterhin verlässliche Abwicklung der Landverkehre in Österreich und Osteuropa.

Eigentümer geführter Spezialist für Mittel- und Osteuropa
Jenseits der strategischen Phantasie betonte Fürstaller, dass er mit diesen beiden Unternehmen auch eine persönliche Vision verwirklichen möchte. Logistik sei eine Branche mit einem extrem hohen Tempo und ständig steigender Flexibilität. Seine internationale Managementerfahrung in den vergangenen Jahren habe ihn gelehrt, dass es dafür nicht nur auf die Größe ankomme. Mindestens so wichtig sei eine sich ständig erneuernde Organisation, die sich schnell anpassen könne. Er möchte zeigen, dass sich diese Ziele in einem von den Eigentümern geführten, mittelständischen Betrieb besser als in einem Konzern erreichen lassen.

Zu den Stärken eines solchen Unternehmens gehören für Fürstaller:

  • unbürokratische, schlanke Strukturen mit flachen Hierarchien
  • eine lösungs- und kundenorientierte Haltung mit hoher Eigenverantwortung der Mitarbeiter
  • eine flexible und qualitätsorientierte Schlagkraft durch fachkundige Mitarbeiter und modernste Ausstattung
  • eine Unternehmenskultur, die auf Verlässlichkeit und Handschlagqualität aufbaut
  • motivierte Mitarbeiter, die Freude an der Arbeit haben

Fürstaller will die Unternehmensgruppe aus AUGUSTIN Network und Quehenberger Logistikgruppe innerhalb der kommenden drei Jahre in diese Richtung entwickeln. Beide Unternehmen hätten eine mittelständische Unternehmenskultur und waren über lange Zeit von den jeweiligen Eigentümern geprägt, es seien zahlreiche hervorragende Mitarbeiter und umfassendes Know-how vorhanden.

Weniger Leerkilometer und mehr Bahntransporte
Mit der Umbenennung in „Quehenberger“ und der Rückkehr zum früheren Auftritt hat die neue Unternehmensphase bereits begonnen. Bei AUGUSTIN sei es in den vergangenen Monaten hervorragend gelungen, internationale Führungskräfte nach Salzburg zu holen. Wo nötig, werde man sich auch jetzt im Management weiter verstärken. Die Evaluierung der Standorte und die Abstimmung der Dienstleistungen werden ebenfalls sofort in Angriff genommen.

Eine der wesentlichen Synergien, um Kosten zu sparen, sei die Reduktion der LKW-Leerkilometer. „Jeder Prozentpunkt, den wir vermeiden können, spart uns bares Geld und vermeidet CO2-Ausstoß. Durch das gemeinsame Nutzen der LKW-Ladungen steigen die Chancen, Leerfahrten zu reduzieren. Dies setze einen Abtausch von Angebot und Nachfrage voraus, die bei flexiblem Handling innerhalb von wenigen Stunden erfolgen könne. Fürstaller kündigte an, dass er so schnell wie möglich ein gruppenübergreifend gleiches IT-System nutzen will, um so die Produktivität zu erhöhen.

Ebenso will er die Transportverlagerung von der Straße auf die Schiene ausbauen. Es bestehe ein erhebliches Einsparungspotenzial auf den internationalen Hauptstrecken, die seine beiden Unternehmen bedienen. Ziel sei es, tägliche Ganzzüge im Dreieck Österreich-Deutschland- Italien auf die Reise zu schicken. „Intermodaler Transport mit LKW und Bahn bringt allen was: Sie sind verlässlich, sie sind preisstabil, entlasten die Straße und vermeiden Schadstoffe.“ Durch die Mengen, die beide Unternehmen abwickeln, bestehen jetzt reelle Möglichkeiten für einen Verlagerung, die er in vollem Umfang ausnützen wolle.

Den Umsatz von rund 360 Millionen Euro bei Augustin und Quehenberger im Jahr 2010 wollen die Eigentümer auf 440 Millionen Euro im Jahr 2013 steigern. Das setzt ein jährliches Wachstum von sechs bis sieben Prozent voraus. Die beiden Unternehmen sollen nach vier Jahren einen Gewinn von knapp zwei Prozent des Umsatzes erwirtschaften.



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Unternehmenssprecher

Hermann Költringer

Tel.: +43 (0)50145-25850